Rund 200.000 Gäste- und Fremdenführer:innen arbeiten weltweit in über 50 Ländern – und trotzdem wird unser Beruf noch viel zu oft als Nebenjob oder Hobby abgetan, statt als das, was er ist: eine Tätigkeit, die fundierte Ausbildung, Fachwissen und Verantwortung braucht. Rund um den 1. Mai, den internationalen Tag der Arbeit, habe ich als WFTGA-Präsident dazu ein Statement veröffentlicht: „Recognising Tourist Guiding as a Profession“.
Plattform-Modelle, algorithmische Bewertungssysteme und mittlerweile auch KI-generierte „Guides“ setzen unseren Berufsstand zusätzlich unter Druck. Wer als Gast eine Stadtführung bucht, kann heute oft schwer unterscheiden, ob er eine ausgebildete Fachkraft vor sich hat oder jemanden, der einfach nur gerne redet. Deshalb bin ich überzeugt: Wir brauchen anerkannte Ausbildungsstandards, Regulierung und den politischen Willen, unseren Beruf ernst zu nehmen.
Das treibt mich auch bei unserer eigenen Ausbildung an: Ein Abschluss sollte etwas wert sein, gerade weil er nicht „mal eben nebenbei“ zu erreichen ist. Ich freue mich, wenn möglichst viele Kolleg:innen dieses Selbstverständnis mittragen – ob sie nun bei uns ausgebildet werden oder anderswo.
