Was KI für Guides heute wirklich kann, und was nicht

Kaum ein Thema hat sich in unseren Kursen in den letzten zwei Jahren so schnell verändert wie künstliche Intelligenz. 2024 ging es noch um die Frage, ob man das überhaupt nutzen darf. Heute geht es um etwas anderes: Welche Aufgaben gebe ich ab, und welche auf keinen Fall?

Meine ehrliche Zwischenbilanz nach vielen Kursrunden sieht so aus.

Was gut funktioniert: Alles, was Struktur braucht und nicht vor Ort passiert. Ein Rundgangskonzept in eine saubere Gliederung bringen. Denselben Text für eine Schulklasse, eine Fachgruppe und eine Seniorengruppe in drei Fassungen. Angebotstexte und Beschreibungen, die sonst wochenlang liegen bleiben. Übersetzungen als Arbeitsgrundlage. Und, unterschätzt, das Gegenlesen der eigenen Mails an schwierige Kunden.

Was nicht funktioniert: Fakten. Und zwar nicht gelegentlich, sondern systematisch. Sprachmodelle erfinden Jahreszahlen, Architektennamen und Anekdoten mit derselben Überzeugung, mit der sie richtige Angaben liefern. Für uns ist das ein Berufsrisiko, weil unsere Gäste keine Möglichkeit haben, das zu prüfen. Meine Regel im Kurs lautet deshalb: KI darf formulieren, aber nicht behaupten. Jede Jahreszahl, jeder Name und jede Zahl kommt aus einer Quelle, die ich selbst geprüft habe.

Der zweite Punkt, der in Diskussionen oft untergeht: Was ihr eingebt, verlasst das Haus. Kundenlisten, Teilnehmerdaten und Vertragsentwürfe gehören nicht ungeprüft in ein Chatfenster. Das ist keine Panikmache, sondern schlicht Datenschutz.

Und der dritte, der mir am wichtigsten ist: KI kann keinen Raum lesen. Sie merkt nicht, dass die Gruppe fröstelt, dass eine Frage eigentlich eine andere Frage ist, und dass jetzt der Moment für eine Pause wäre. Genau das ist unser Beruf. Alles, was uns davon abhält, dürfen wir gerne abgeben.

Wir arbeiten praktisch damit im Webinar Künstliche Intelligenz für Guides und gehen im Aufbau-Webinar KI-Praxis weiter, bis hin zu Agenten und eigenen Anwendungen. Wer eher nach konkreten Werkzeugen für den Arbeitsalltag sucht, ist in Apps und digitale Helfer für Guides richtig.